Neurostimulation

Die Neurostimulation ist eine neue Therapiemethode, die von Prof. Molsberger entwickelt wurde.  Sie kann bei akuten und chronischen Rückenschmerzen und bei Nervenschmerzen, die in Beine oder Arme ausstrahlen, medikamentöse und operative Maßnahmen ersetzen. Oft erreicht man mit der Neurostimulation eine schnelle und anhaltende Erleichterung / Ausheilung der Beschwerden. 

Die Wirksamkeit ist hoch - Nervenschmerzen (Ischialgie, Radikulitis, Pseudoradikuläre Schmerzen) werden meist innerhalb von Minuten (Mittelwert ca. 90 Minuten) deutlich reduziert und können innerhalb von 1-2 Behandlungen vollständig sistieren. Die Besserung ist, abhängig von der Erkrankungsursache, oft anhaltend. Nach unserer Erfahrung ersetzt die Neurostimulation in den meisten Fällen - Degenerativer Kreuzschmerz, Bandscheibenvorfall mit Nervenentzündung - andere konservative Maßnahmen oder geplante Operationen. Hierbei ist die Wirkung der Neurostimulation stärker, schneller und anhaltender als CT gesteuerte Kortisoninjektionen und Patienten brauchen deutlich weniger Medikamente.

Patientenbeispiel Gesäß-Beinschmerz

Die 67 jährige Patientin O.R. leidet seit einem Jahr an Oberschenkelschmerzen und Gesäßschmerzen, die auch in das Kreuzdarmbein und den Rücken ausstrahlen. Von den vorbehandelnden Ärzten wurde eine Sehnenentzündung und Schleimbeutelentzündung am Trochanter (Großer Rollhügel des Oberschenkels, Trochantertendinose, Trochanterbursitis) diagnostiziert. Medikamentöse Therapien mit Analgetika, Kortison Injektionen, Nicht-Steriodalen Antirheumatika (Voltaren, Ibuprofen) sowie Physiotherapie / Krankengymnastik brachten keine dauerhafte Besserung und die Erkrankung nahm einen chronischen Verlauf. Nach der ersten Behandlung mit der Neurostimulation nach Prof. Molsberger besserten sich die Beschwerden innerhalb von 3 Tagen um ca. 60%. Die Medikamente konnten reduziert werden, der quälende Nachtschmerz verschwand. Eine weitere Anwendung der  Neurostimulation steigerte die Schmerzlinderung um ca. 90%. In den folgenden 2 Wochen heilte der ischiasähnliche Gesäßbeinschmerz vollständig ab. Die Patientin ist seit über einem Jahr beschwerdefrei. 

 

Neurostimulation bei Migräne und Kopfschmerz

Ein weiteres Einsatzgebiet ist der chronische Kopfschmerz und die Migräne. Hier reichen meist wenige Sitzungen, um die Beschwerden erheblich zu bessern oder die Erkrankung auszuheilen. 

Die Neurostimulation in der Sportmedizin

Bei sportmedizinischen Erkrankungen - wie Entzündungen der Sehnen, Bänder und Muskeln oft durch Überlastung (Achillodynie (Entzündung der Achillessehne), Muskelfaserriss, Tennisarm, Golfersarm - hat sich die Neurostimulation gut bewährt. Für Sportler ist hier der beschleunigte Heilungsverlauf und das Einsparen von Medikamenten (Dopingproblematik) besonders wichtig. 

Weitere Patientenbeispiele siehe hier. 

Neurostimulation - wissenschaftliche Erklärungen

Ausgehend von Veröffentlichungen zur Beschleunigung der Wundheilung durch elektrische Felder hat Prof. Albrecht Molsberger die Wirkung der Neurostimulation zuerst durch Zufall entdeckt (6). Seitdem wurde die Methode kontinuierlich weiterentwickelt. Nach der aktuellen Literatur erklärt sich die Wirkung der Neurostimulation am ehesten über die Neutralisation entzündungsfördernder Zellhormone. Diese werden als Zytokine bezeichnet und zu diesen Zellbotenstoffen gehören vor allem Substance P, Bradykinin, TNF-Alpha, Interleukine 1, 6, 8, Norepinephrine - alle diese Zytokine unterhalten die Entzündung und verstärken den Nervenschmerz (1,3-5). Gleichzeitige scheint die Neurostimulation wachstumsfördernde Zytokine zu stimulieren. Hierzu gehört zum Beispiel der Wachstumsfaktor PDGF (Platelat Derivat Growthfactor), TGF-Beta (Transforming Growthfactor), ILG (Insulin Like Growthfactor), alles Faktoren die auch in Autologen Biologicals (z.B Platelet Rhich Plasma, PRP) genutzt werden (2). Diese Zellhormone leiten die Regeneration des Gewebes ein und fördern die dauerhafte Ausheilung.  Letztlich jedoch ist der Wirkmechanismus dieser hocheffektiven Methode noch nicht vollständig geklärt.  

Neurostimulation - Anwendung 

Die Neurostimulation ist weitgehend schmerzfrei. Die Behandlung findet im Liegen unter sterilen Bedingungen statt (Minimalinvasiv, Interventionelle Schmerztherapie) und dauert 30 Minuten. Ähnlich wie bei anderen stereotaktischen Verfahren (an der Wirbelsäule oder am Trigeminusnerv) werden bei der Neurostimulation nach einer Lokalanästhesie feine Sonden präzise an die erkrankten Stellen des Körpers gebracht. Nach Überprüfung der korrekten Lage werden spezifische elektrische Felder angelegt. Diese werden durch ein speziell hierfür entwickeltes mikroprozessor-gesteuertes Stimulationsgerät erzeugt. Der Patient spürt ein feines, schmerzloses Kribbeln. Im Unterschied zu den konventionellen stereotaktischen Verfahren wird durch die Neurostimulation kein Gewebe zerstört, sondern das erkrankte Gewebe zur Regeneration angeregt. Die Behandlungskosten werden in aller Regel von den Privatversicherern erstattet.

Die Wirksamkeit der Neurostimulation nach Prof. Molsberger haben wir über Jahre bei vielen hundert Patienten beobachten können. Die Neurostimulation gilt damit als gut erprobt. Bis heute sind wir und unsere Patienten täglich immer wieder neu erstaunt, wie schnell, effektiv und reproduzierbar diese neue Therapiemethode auch bei schweren chronischen Schmerzen hilft und häufig zu dauerhafter Ausheilung führt.  

 

Wissenschaftliche Literatur 

  • 1. Mccaig et al. Controlling cell behavior electrically: current views and future potential. Physiological Reviews (2005) vol. 85 (3) pp. 943-78
  • 2. Creaney und Hamilton. Growth factor delivery methods in the management of sports injuries: the state of play. British Journal of Sports Medicine (2008) vol. 42 (5) pp. 314-320
  • 3. Robinson. Electric Fields Review. The journal of Cell Biology (1985) pp.2023-2027
  • 4. Shah et al. Biochemicals associated with pain and inflammation are elevated in sites near to and remote from active myofascial trigger points. Archives of physical medicine and rehabilitation (2008) vol. 89 (1) pp. 16-23
  • 5. Shah. An in vivo microanalytical technique for measuring the local biochemical milieu of human skeletal muscle. Journal of Applied Physiology (2005) vol. 99 (5) pp. 1977-1984
  • 6. Zhao et al. Electrical signals control wound healing through phosphatidylinositol-3-OH kinase-γ and PTEN. Nature (2006) vol. 442 (7101) pp. 457-460