Migräne - Axomera Therapie und Akupunktur können Analgetika ersetzen

Autorin: Dr. med. Gabriele Böwing - Revisionsstand 4.3.2020

Wir haben in diesem Text die Patientenbeispiele zu Axomera und zur Akupunktur vorangestellt, da wir annehmen, dass sie den Leser zuerst interessieren. Ein Darstellung des Krankheitsbildes und der Literatur folgt anschließend. Über das Inhaltsverzeichnis können Sie direkt zu den Kapiteln springen.

Axomera zur Therapie der Migräne

Nach unserer Erfahrung, stellt die Axomera-Therapie (ehem. NSM-Therapie) bei Migräne eine entscheidende neue Therapiemöglichkeit darstellt. Sie ist eine sehr gute Alternative zur medikamentösen Therapie. Innerhalb von 2-6 Sitzungen zeigt sich, ob die Therapie erfolgreich sein wird. Bei der Axomera Therapie werden feine Sonden an das erkrankte Gewebe platziert und mikroprozessorgesteuert elektronisch stimuliert. Aus Patientensicht ähnelt die Therapie einer Akupunktur, der technische, elektrophysiologische Hintergrund ist jedoch ein völlig anderer. Gute Ergebnisse erzielen wir gerade auch bei einer Behandlung während eines Migräneanfalls. Hier beobachten wir, dass nach einer Axomera Therapie innerhalb von 30-60 Minuten die Migräneschmerzen sistieren können. Wir haben mehrere chronische Migräniker gesehen, bei denen nach solch einer Behandlung  gar keine, oder nur noch eine Axomera Behandlung erforderlich war. Die Migräne ist nicht mehr aufgetreten, wobei wir einen Patienten über 10 Jahre nachbeobachten konnten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Axomera-Therapie - Behandlungsablauf, wissenschaftlicher Hintergrund, Indikationsempfehlungen -  sowie zur Kostenerstattung in unserer Privatpraxis.

Die folgenden Patientenbeispiele  entstammen zumeist computerbasierten Patienteninterviews. Während der Auswertung wissenschaftlicher Studien zur Axomera Therapie  werden diese Daten in Kooperation mit Prof. M. Karst, Schmerzambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover, erhoben.

Patientenbeispiele zur Axomera Migränetherapie

1. Hilfe durch die neue Axomera-Therapie

Weiblich, 62 Jahre: „Ich bin selbst Ärztin und leide seit über 20 Jahren an Migräne. Meistens hatte ich 4 bis 5 Migräne - Anfälle pro Monat, jeweils über mehrere Tage, mit Übelkeit, oft auch mit Erbrechen, ohne Triptane einfach nicht auszuhalten. Ich erfuhr dann von der Axomera-Therapie. Bereits nach der ersten Behandlung zur Migränetherapie hatte ich in den darauffolgenden 4 Wochen nur noch einmal Kopfschmerzen, diesmal ohne Übelkeit. Ich habe dann noch eine Behandlung bekommen und seitdem habe ich nur noch alle 2-3 Monate einmal Kopfschmerzen, keine Migräne mehr, kein Erbrechen mehr. Wenn ich überhaupt Tabletten nehmen muss reicht ein Aspirin.“ Fazit der Patientin: „Vielen Dank!  Und dieses Ergebnis nach nur 2 Behandlungen. Schulnote: 1.  Die Behandlung hat sich für mich sehr gelohnt“

2. Nach Axomera keine Triptane

Migräneartiger Kopfschmerz, weiblich, 29 Jahre: “Seit 2005 litt ich immer mal wieder an Kopfschmerzen in Form einer Migräne, dann seit 2012 extrem verstärkt mit 5-6 Kopfschmerztagen pro Woche. Ich wurde oft wegen Migräne krank geschrieben und Hausarbeit war auch nicht möglich. Ich war bei vielen Ärzten zur Migränetherapie und habe Schmerzmittel und Spritzen bekommen. Diese Migränetherapie hat aber nie geholfen. Dann ließ ich mit zwei Axomera-Therapie meine Migräne ohne Medikamente behandeln. Bereits nach  2 Tagen beobachtete ich eine Besserung der Migräne. Die Behandlung hat sich für mich sehr gelohnt.  Arztangaben: Bis zu Behandlungsbeginn praktisch täglich Kopfschmerzen. Direkt ab der ersten Axomera-Therapie keinerlei Kopfschmerz mehr. Fazit der Patientin: “Sehr zufrieden....“ Ich würde diese Migränetherapie unbedingt weiterempfehlen. Therapieerfolg: 5 Sterne.

Episodische Migräne - anhaltend beschwerdefrei nach zwei Axomera Behandlungen

Patient, 50 Jahre, seit dem 15 Lebenjahr zuerst gelegentlich, dann in zunhemender Häfugikeit Spannungskopfschmerz der sich ab dem 30igesten Lebensjahr in einen Migränekopfschmerz wandelte, der mit einer Häufigkeit von 3-5 Migräneanfällen / Monat auftrat. Es erfolgte während eines Migräneanfalls eine Axomerabehandlung mit Stimulationspunkten im oberen Nackenbereich (Bereich des N. occipitalis major) und der Schläfe. Ca 30. Minuten nach Ende der Stimulation beginnende Schmerzlinderung, nach ca.60 Minuten komplett schmerzfrei. Der nächste Migräneanfall stellte sich erst nach 2 Monaten ein. Es erfolgte die gleiche Therapie mit gleichem Ergebnis. Seitdem ist der Patient bis heute (10 Jahre später) migränefrei.

Akupunktur bei Migräne

Auch die Akupunktur kann bei Migräne sehr gut helfen. Dies ist durch qualitativ hochwertige Studien, die wesentlich - neben anderen Wissenschaftlern und Universitäten - auch von Dr. Böwing und Prof. Molsberger federführend gestaltet wurden (GERAC Studien) und Cochrane Metaanalysen sehr gut belegt. Für eine Akupunkturbehandlung bei Migräne muss man mit 10 - 20 Therapiesitzungen rechnen, wobei die Behandlungen nicht im Anfall erolfgen sollte. Das Ziel ist auf Dauer die Anfallshäufigkeit zu senken. Hier finden Sie weitere Informationen zur Akupunktur und Chinesischen Medizin.

Fallbeispiel: 15 Jahre chronische Migräne

Dr. W., 35, eine Kieferchirurgin, litt seit ihrem 20. Lebensjahr unter Migräne. Doch in den letzten Jahren setzten die Migräne - Schmerzen häufiger und stärker ein. Als sie zu uns kam, setzten die Migräne - Anfälle 3 Mal die Woche ein, begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Sehschwäche. Deswegen war sie nicht mehr dazu in der Lage, ohne Medikamente zu arbeiten. Bisherige Versuche der Migränetherapie waren alle gescheitert.

Diagnose: Die Westliche Medizin offenbarte Triggerpunkte auf dem Supraspinatus Muskel und unter dem Nervus occipitalis major und minor. Die Chinesische Medizin indizierte Shao Yang Kopfschmerz (in dem Schläfenbereich) infolge von Leber-Yang-Fülle mit Leber-Blut-Schwäche. Der Stress ihrer Arbeit und die häufigen Migräneanfälle leiteten eine Qi-Schwäche ein mit Appetitlosigkeit, Verdauungsproblemen und auftretender Müdigkeit, auch am Tage.

Therapie: Wir setzten Fernpunkte am Fuß, an der Wade, am Unterarm ein, um die energetische Blockade zu eliminieren. Für die Lokalpunkte am Kopf benutzten wir sehr feine Nadeln, die beim Einstich keine Schmerzen verursachten. Die Akupunktur wurde von PRP-Injektionen begleitet, die in die Nähe des Nerv occipitalis minor und major gesetzt wurden.

Verlauf: Nach der dritten Behandlung, fühlte Frau Dr. W. eine Migräne - Attacke aufkommen, aber zu Ihrer Überraschung entwickelte diese nicht den vollen Umfang. Erstmals traten die frühen Symptome ohne die üblichen Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und starkem Kopfschmerz auf. Nach acht Behandlungen zur Migränetherapie war sie völlig symptomfrei, das erste Mal seit Jahren. Um sicher zu gehen absolvierte sie anschliessend noch zehn weitere Sitzungen. Nach zwei Jahren bekam die Patientin erneut vier Migränetherapie - Behandlungen, um die Therapie aufzufrischen. Im Anschluss daran erlitt Sie keine Migräneanfälle mehr, höchstens ein wenig Spannungskopfschmerz und dies höchstens alle drei Monate.

Das Krankheitsbild der Migräne

Bei der Migräne handelt es sich um eine häufige und Kopfschmerzform. In Deutschland sind ca. acht Millionen Menschen von der Migräne betroffen, Männer mit einer Häufigkeit von ca. 7 % und 15% aller Frauen. Dadurch hat die Migräne bereits eine bedeutende volkswirtschaftliche Relevanz. Die Patienten, vor allem bei Vorliegen einer chronischen Migräne, haben einen enormen Leidensdruck und sind in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt. Man unterschiedet die einfache Migräne, auch "Migräne ohne Aura", von der "Migräne mit Aura".

Die Ursache der Migräne ist nicht vollständig geklärt. Man geht heute davon aus, dass es sich um eine entzündliche Aktivität bzw. eine Fehlregulation im Nervengewebe und den versorgenden Gefäßen handelt. Wie  90% aller Kopfschmerzen zählt die Migräne zu den sogenannten primären Kopfschmerzen, und nur 10% der Migräne Erkrankungen sind zurückzuführen auf z.B. Tumoren, Entzündungen, Traumen (sekundäre Form).

Wie wird die Diagnose Migräne gestellt?

Die Migräne wird anhand der Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft rein klinisch diagnostiziert. Das bedeutet, dass die Diagnose der Migräne aufgrund der typischen Symptome, einer körperlichen Untersuchung sowie dem Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt wird. Nur in Ausnahmefällen, bei einem untypischen Schmerzmuster oder Erkrankungen in der Vorgeschichte, ist es angezeigt, weitere Untersuchungen wie etwa eine Computer- oder Magnetresonanztomographie (CT oder MRT) zu veranlassen. Spezielle Fragebögen und ein Kopfschmerztagebuch können hilfreich sein und die Diagnose weiter untermauern.

Symptome

Die typischen Migränesymptome sind:

  • starke Kopfschmerzen, die ohne Behandlung 4-72 Stunden andauern
  • in der Regel sind die Schmerzen von pulsierend-pochender Qualität
  • in mehr als der Hälfte der Attacken halbseitig lokalisiert
  • häufig begleitet von Übelkeit, zum Teil auch Erbrechen, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit und allgemeinem Krankheitsgefühl
  • klassischerweise nehmen die Beschwerden bei körperlicher Aktivität und Kopfbewegung zu

Die "Migräne mit Aura" ist zusätzlich gekennzeichnet durch neurologische Reiz- oder Ausfallerscheinungen, die (unmittelbar) vor den Kopfschmerzen auftreten können:

  • Gesichtsfelddefekte (Augenflimmern)
  • Wahrnehmung gezackter Figuren
  • halbseitige Gefühlsstörungen
  •  halbseitige Lähmungserscheinungen
  • Sprachstörungen

Üblicherweise entwicklen sich die neurologischen Ausfälle über 5 - 20 Minuten und dauern dann bis zu 60 Minuten an. Treten mehrere Aurasymptome gleichzeitig auf, so kann die Aura auch länger als 60 Minuten bestehen bleiben. Typisch für die Aura ist die Art der Ausbreitung: Lähmungserscheinungen steigen beispielsweise von der Hand bis zum Gesicht auf und nicht umgekehrt. Dies ist besonders wichtig für die Abgrenzung zum Schlaganfall.

Therapie der Migräne

Die Standardtherapie besteht aus:

  • Medikamenten
  • regelmäßiger Tagesrhythmik mit Einhaltung eines regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, auch an den Wochenenden und in Urlaub
  • Stressvermeidung, Stressbewältigung
  • regelmäßiger Ausdauersport

Deswegen müssen gerade Kopfschmerzpatienten oft täglich Schmerzmittel einnehmen. Bei einem Schmerzmittelgebrauch an mehr als 15 Tagen/ Monat an 3 aufeinanderfolgenden Monaten spricht man bereits von einem "medikamenteninduzierten Kopfschmerz", der schwierig zu behandeln ist und meistens eine Entzugsbehandlung erforderlich macht.

Jedoch ist der Mensch nicht dafür gemacht, sich jeden Tag mit kritischen chemischen Substanzen auseinanderzusetzen. Ausserdem wird bei regelmäßiger Einnahme die erwünschte schmerzlindernde Wirkung sehr schnell von erheblichen Nebenwirkungen überlagert. Aus diesem Grund sterben alleine in Deutschland ca. 4000 Patienten pro Jahr an der Einnahme von Kopfschmerzmitteln. Etwa bei 6000-9000 Patienten in Deutschland sind allein aufgrund eines Überkonsums an Schmerzmitteln die Nieren so stark geschädigt, dass sie regelmäßig dialysieret werden müssen.

Literatur

Diener, Hans-Christoph, Kai Kronfeld, Gabriele Boewing, Margitta Lungenhausen, Christoph Maier, Albrecht Molsberger, Martin Tegenthoff, u. a. „Efficacy of acupuncture for the prophylaxis of migraine: a multicentre randomised controlled clinical trial“. Lancet neurology 5, Nr. 4 (2006): 310–16.


Böwing, G, J Zhou, Hg Endres, Rr Coeytaux, Hc Diener, und Af Molsberger. „Differences in Chinese diagnoses for migraine and tension-type headache: an analysis of the German acupuncture trials (GERAC) for headache“. Cephalalgia : an international journal of headache, 2009. http://cep.sagepub.com/cgi/doi/10.1111/j.1468-2982.2009.01921.x.


Molsberger, A. „The role of acupuncture in the treatment of migraine“. CMAJ : Canadian Medical Association journal = journal de l’Association medicale canadienne, 2012. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22231676.


Linde, Klaus, Gianni Allais, Benno Brinkhaus, Eric Manheimer, Andrew Vickers, und Adrian R White. „Acupuncture for migraine prophylaxis“. Cochrane database of systematic reviews (Online), Nr. 1 (2009): CD001218.


Vickers, Andrew J., Emily A. Vertosick, George Lewith, Hugh MacPherson, Nadine E. Foster, Karen J. Sherman, Dominik Irnich, Claudia M. Witt, und Klaus Linde. „Acupuncture for Chronic Pain: Update of an Individual Patient Data Meta-Analysis“. Journal of Pain 19, Nr. 5 (2018): 455–74. https://doi.org/10.1016/j.jpain.2017.11.005.

 

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