Restless Leg Syndrom (RLS)

Was ist das Restless Leg Syndrom?

Das Restless Leg Syndrom (RLS) ist auch bekannt als Syndrom der unruhigen Beine und ist gekennzeichnet durch einen unnatürlichen Bewegungsdrang, Missempfindungen wie Kribbeln, Reißen oder Ziehen in den Beinen. Insbesondere dann, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Dadurch, dass die Beschwerden in Ruhe zunehmen, leiden die Patienten meist unter erheblichen Schlafstörungen, die zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen.

Die Beschwerden treten verstärkt abends oder nachts auf, wenn der Körper zur Ruhe kommt und entspannt. Patienten beschreiben die Symptome häufig als ein Unruhegefühl, ein Kribbeln, Spannen, manchmal aber auch ein Druckgefühl bzw. Missempfindungen unterschiedlichster Art sowie unwillkürliche Bewegungen meistens in den Beinen. Aber auch die Füße oder die Arme können betroffen sein. Typischerweise bessern sich die Symptome bei Bewegung. Betroffene haben den unwiderstehlichen Drang, sich sofort zu bewegen, die Muskulatur zu dehnen, anzuspannen oder umherzulaufen zu müssen.

Dabei bessert sich die Symptomatik nur für den Moment der Bewegung und kehrt in der Regel sofort zurück, wenn eine Ruhephase, Entspannng oder mangelnde Bewegung vorliegt.

Durch die belastende Unruhe und den ständigen Drang sich bewegen zu müssen, werden die Patienten an einem erholsamen Schlaf gehindert. In einigen Fällen leiden die Betroffenen auch an unwillkürlichen Zuckungen der Arme oder Beine, welche sie immer wieder aus dem Schlaf reißen.

Da sich bei den meisten Betroffenen kein erholsamer Schlafrhythmus einstellt, leiden sie unter erheblichem Schlafmangel. In Folge kommt es zu Tagesmüdigkeit mit Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten. Nicht selten endet dies in sozialem Rückzug und  – schlimmstenfalls – Depression.

Es kommt zu einer körperliche und seelischen Erschöpfung, die auch zu einem chronischen Schmerzsyndrom führen kann.

Klassische Symptome des Restless Leg Syndrom

Häufigkeit der Symptome bei Restless Leg Syndrom (RLS) nach Trenkwalder (1997):

  • 95% Schlafstörungen
  • 95% Bewegungsdrang in Ruhesituationen
  • 91% Empfindungsstörungen in Ruhesituationen (z.B. Schmerzen, Kribbeln, Ziehen, Druck)
  • 76% Beschwerden auch am Tag
  • 50% unwillkürliche Bewegung in Ruhesituationen

Einige Betroffene beschreiben auch Symptome, die am wahrscheinlichsten durch den chronischen Schlafmangel oder den gestörten Dopamin-Stoffwechsels zu erklären sind:

  • nächtlicher Heißhunger
  • Unverträglichkeit von Koffein und Alkohol
  • chronische Magen-Darm-Beschwerden
  • Spannungskopfschmerzen
  • Verschlechterung der Beschwerden nach körperlicher Anstrengungen oder Sport
  • Verschlechterung der Symptome durch Wärme oder Kälte

Was sind die Ursachen des Restless Leg Syndrom?

Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht endgültig geklärt. Das Restless Leg Syndrom zählt aber zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Es sind etwa 10% der Bevölkerung betroffen, wobei man die Beschwerden doppelt so häufig bei Frauen wie bei Männern sieht.

Eine wichtige Rolle in der Entstehung des Restless Leg Syndrom spielt der Neurotransmitter Dopamin, welches ein bedeutendes sogenanntes biogenes Amin aus der Gruppe der Katecholamine ist. Dopamin ist für die einwandfreie Übertragung  von neurologischen Signalen und Nervenimpulsen erforderlich und steuert somit unsere geistige und motorische Beweglichkeit und Wendigkeit.

In verschiedenen Studien, u.a. mit bildgebenden Verfahren, konnte eine Fehlfunktion im zentralen Dopamin-Stoffwechsel nachgewiesen werden (Störung des zentralen dopaminergen Transmitterstoffwechsel).

Eine eindeutige Erklärung, ob eine zentrale Fehlfunktion die Symptome auslösen oder diese eher auf eine lokale Störung im Muskel zurückzuführen sind (Durchblutungsstörung in Armen und Beinen, die durch eine Fehlfunktion des Dopaminstoffwechsels bedingt ist),  konnte daraus bis heute jedoch nicht abgeleitet werden.

Auch dem Morbus Parkinson liegt eine Fehlfunktion im Stoffwechsel des Neurotransmitters Dopamin zugrunde. Aber trotz der oftmals ähnlichen Beschwerden, konnte bislang kein Zusammenhang erkannt werden. Patienten mit Restless Leg Syndrom erkranken nicht häufiger an Morbus Parkinson (und umgekehrt).

 

Unterschieden werden zwei Formen der RLS-Erkrankung:

  • idiopathisches Restless Leg Syndrom (RLS): familiär gehäuftes Auftreten, keine auslösende Ursache bekannt
  • symptomatisches Restless Leg Syndrom (RLS): durch eine andere Grunderkrankung erworben

Auslösende Ursachen für das symptomatische Restless Leg Syndrom können z.B. sein:

  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • dialysepflichtige Niereninsuffienz
  • rheumatische Erkrankungen (Rheumatoide Arthritis)
  • Schwangerschaft
  • Eisenmangel
  • Stoffwechselstörungen
  • Medikamente (z.B.: Antidepressiva, Neuroleptika, Antiemetika, Lithium)

Wie wird das Restless Leg Syndrom diagnostiziert?

Zur Diagnosefindung stehen die beschriebenen Beschwerden mit der klinischen Symptomatik im Vordergrund. Um den Schweregrad der Erkrankung weiter zu objektivieren, steht ein international anerkanntes Werkzeug in Form eines Fragebogens zur Verfügung (RLS Severity Scale).

In vielen Fällen bewirkt eine einmalige Gabe von L-Dopa (Levodopa) oder Apomorphin (Dopamin-Rezeptor-Agonist) eine prompte Besserung der Beschwerden, so dass dies als diagnostisches Kriterium herangezogen werden kann und die erfolgreiche Durchführung dieses Tests als Beweis für die Erkrankung gilt.

Dies gilt jedoch nur, wenn andere Erkrankungen als Ursache der Beschwerden sicher ausgeschlossen werden konnten. Dazu zählen vorallem:

  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems (z.B. Polyneuropathie)
  • Vitamin B12 – Mangel (Funikuläre Myelose)
  • Beschwerden aufgrund von Wirbelsäulenerkrankungen und Rückenbeschwerden (z.B. Radikulopathie)
  • Gefäßerkrankungen (z.B. arterielle Verschlusskrankheit, Venenleiden)
  • andere neurologische Erkrankungen (z.B. extrapyramidale Hyperkinesie, Tumore etc.)

Leider wird das Restless Leg Syndrom häufig nicht als solches erkannt, was dann zu Fehldiagnosen wie Schlafstörung, Depression oder psychosomatischer Störung führt. Häufige Arztwechsel und lange Patientenkarrieren mit wiederholten stationären Aufenthalten in psychosomatischen oder psychiatrischen Einrichtungen sind deshalb keine Seltenheit.

Standard-Therapie des Restless Leg Syndrom

Liegt ein sogenanntes symptomatisches Restless Leg Syndrom vor, so muss der Fokus auf der Behandlung der Grunderkrankung liegen (z.B. Behebung von Vitaminmängeln und Nährstoffdefiziten, Behandlung von Gefäßleiden oder Rückenproblemen). Weiterhin sollten auslösende Medikamente oder Substanzen abgesetzt werden.

Das primäre, idiopathische Restless Leg Syndrom hat klassischerweise eine oft lebenslange medikamentöse Therapie mit Levodopa und Dopaminagonisten zur Folge. Nicht selten kommt es dabei aber zu einer unerwünschten Nebenwirkung, der sogenannten Augmentation.

Unter Augmentation versteht man die unerwünschte Wirkung einer Symptomverschlechterung, die besonders bei langjähriger Einnahme von Medikamenten eintritt. Patienten berichten über eine Verschlechterung der Beschwerden mit Verkürzung der symptomfreien Intervalle sowie einer Ausbreitung der Symptome auf andere bislang nicht erkrankte Körperpartien (z.B. Arme, Hände).

Orientiert man sich an den Leitlinien, so sollte die medikamentöse Therapie in diesem Fall auf Antiepileptika wie Pregabalin oder Gabapentin bzw. Opiate umgestellt werden.

Neben der Augmentation ist auch die Toleranzentwicklung bei den o.g. Medikamenten problematisch. Im Laufe der Zeit werden bei einigen Patienten immer höhere Dosierungen benötigt. Nicht selten wird sogar ein vollständiger Wirkverlust beschrieben.

Üblicherweise orientiert sich die medikamentöse Therapie der Erkrankung an folgendem Schema:

 

medikamentöse Therapie des Restless Leg Syndrom

 

Alternative Therapie des Restless Leg Syndrom

Vor allem aufgrund des chronischen Schlafmangels zählt das Restless Leg Syndrom zu den Erkrankungen mit einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität, zumal der hohe Leidensdruck für Aussenstehende oft nicht erklärbar und nachvollziehbar ist.

Die bisherige klassische medikamentöse Therapie stößt unter anderem auch wegen der oben beschriebenen Nebenwirkungen wie Augmentation und Toleranzentwicklung häufig an ihre Grenzen. Es besteht daher eine große Notwendigkeit für eine alternative bzw. unterstützende und dabei effektive Behandlungsmöglichkeit.

Nachdem wir erste Patienten im Rahmen eines Heilversuches mit vielversprechenden Ergebnissen durch Neurostimulation (NSM-Stimulation) behandeln  konnten, denken wir, einen möglichen erfolgreichen Therapieansatz anbieten zu können.

Anders als bekannte, TENS-ähnliche Neurostimulationsverfahren basiert die NSM-Therapie auf einer grundlegend anderen Wirkungsweise: NSM-Stimulationsgeräte liefern einen spezifischen undulierenden Gleichstrom, der ein elektrisches Feld erzeugt. Diese elektrischen Felder steuern nachweislich zelluläre Entzündungs- und Regenerationsvorgänge. Entzündliche Proteine (Zytokine) werden neutralisiert und weiterhin die Einwanderung von Gewebereparaturzellen (Fibroblasten, Monozysten, Astrozyten, mesenchymale Stammzellen) stimuliert (McCaig,2009; Zhao, 2006; Mccaig, 2005), so dass ein Wundheilungsprozess angestoßen wird.

Wie wirkt die NSM Stimulation?

Wir beobachten zwei grundlegende Effekte, die nach heutigem Wissenstand folgende Hypothesen zum Wirkmechanismus der NSM Stimulation zulassen:

  • Eine schnell eintretende, entzündungshemmende und schmerzreduzierende Wirkung. Sehr häufig beginnt diese Wirkung schon innerhalb der ersten 60-90 Minuten nach Behandlungsbeginn. Eine sekundäre und langfristige Wirkung lässt sich innerhalb von 6-12 Wochen beobachten
  • Regenerative Langzeitwirkung: Aufgrund von wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Bereich der Grundlagenforschung sowie klinischen Studien am Menschen gibt es Hinweise, dass durch definierte elektrische Felder eine Beschleunigung der Wundheilung stattfindet, sofern die Kathode am Wundrand oder im Zentrum der Wunde lokalisiert ist. Naheliegend ist, dass die Beschleunigung der Regeneration durch elektrische Felder nicht auf die Wundheilung der Haut begrenzt ist, sondern auch auf andere Gewebe wie Sehnen, Nerven und Muskelgewebe zutrifft. Somit scheint es nach der Literatur wahrscheinlich, dass der in der NSM-Stimulation eingesetzte Gleichstrom eine regenerative Wirkung induziert. Dies erfolgt über die Stimulation unter anderem von Fibroblasten, Monozysten, Astrozyten, mesenchymale Stammzellen und anderen o.g. Zellen.