Spinalkanalstenose

Bei einer Spinalkanalstenose ist eine Operation nicht immer erforderlich. Die Axomera Therapie ist eine innovative konservative Therapiealternative, wie wir hier darstellen.

Was sind die häufigsten Beschwerden bei einer Spinalkanalstenose?

  • Verminderung der  Gehstrecke oft bis auf wenige 50 Meter
  • Schmerzen beim Gehen oder Stehen im unteren Rücken, Gesäß und beiden Oberschenkeln
  • Bedüfniss sich hinzusetzen, Schmerzbesserung beim Vornüberbeugen
  • Schmerzfrei im Liegen oder Sitzen, besser beim Fahrradfahren

Die meisten Patienten sind in einem fortgeschrittenen Lebensalter. Sie berichten von Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, im Gesäß und meist in beiden Oberschenkeln, immer dann, wenn Sie einige Meter gehen. “Die Beine werden schwer”.  Hierbei kann die Gehstrecke noch 1 km betragen, sich aber auch auf 50 Meter reduzieren. Dann hat man das Bedürfnis sich zu setzen, am besten in einer vornübergebeuten Haltung, und nach wenigen Minuten lässt der  Schmerz nach.  Der Schmerz tritt also immer bei Belastung auf und lässt in Ruhe wieder nach. So haben Patienten mit Spinalkanalstenose, man nennt es auch Wirbelkörperverengung, meist keine Beschwerden im Sitzen und im Liegen.

Statt in beide Oberschenkel auszustrahlen, kann der Schmerz bei einer Spinalstenose auch, wenn auch seltener, in das ganze Bein, oder auch nur in ein Bein bis zum Fuß ausstrahlen. Dann ähnelt er einer Ischialgie. Die Ursache ist ähnlich - in diesem Fall liegt die Spinalstenose seitlich in der Nähe der Nervenwurzel und führt dort zu einer Nervenwurzelreizung wie bei einem seitlichen Bandscheibenvorfall.

Wie wird die Spinalkanalstenose diagnostiziert?

Wenn oben genannte Beschwerden vorliegen, sollte man mit einer Kernspinaufnahme oder eine CT Aufnahme prüfen, ob eine Vernengung des Wirbelkanals vorliegt. Hier kann man auch erkennen, ob die Spinalkanalstenose durch alterungsbedingten Verschleiß, durch ein Wirbelgleiten, oder durch eine Skoliose (Verkrümmung) der Wirbelsäule verursacht ist, oder ob sie vielleicht sogar angeboren ist.  Meist sind die unteren Lendenwirbelkörper betroffen, also LWK 4,LWK 5, S1. Daneben kann eine Spinalkanalstenose auch in der Halswirbelsäule auftreten, hier ebenfalls in den unteren Wirbelkörpern, also C6 und C7. Wenn eine Spinalkanalstenose sowohl in der Halswirbelsäule wie auch in der Lendenwirbelsäule zu finden ist, dann spricht man von einer Tandemstenose.

Wann wird eine Spinalkanalstenose behandelt?

Eine Verengung der Wirbelsäule ist in vielen Fällen (21%) völlig symptomlos. Der Patient hat keine Beschwerden. Deswegen behandelt man eine Spinalkanalstenose nur dann, wenn sie auch klinisch Beschwerden macht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Normalerweise werden Schmerzen bei Spinalkanalstenose immer gleich behandelt: Schmerzmittel, entzündungshemmende Mittel, oft auch  Cortisontabletten oder Cortisoninjektionen. Zusätzlich erfolgt eine Physiotherapie. Wir erweitern in unserer Praxis in Düsseldorf dieses begrenzte Behandlungsangebot durch den Einsatz der inzwischen etablierten Akupunktur und der neu entwickelten Axomera Therapie. Diese Therapiealternativen ist nach unserer Erfahrung unbedingt zu empfehlen. Bei der Akupunktur sind in der Regel 10-15 oder auch mehr Therapiesitzung erforderlich, bis man eine Wirkung beurteilen kann.  Bei der Axomera Therapie sieht man eine Wirkung sehr viel schneller, meist schon innerhalb von  2-6 Behandlungen. Weitere Informationen zur Akupunktur und zur Axomera Therapie finden Sie hier. Eine Operation sollte man nur dann in Erwägung ziehen, wenn sich die Beschwerden unter einer konservativen Therapie - unter Einbeziehung alle zuvor genannten Maßnahmen - nicht bessern und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt ist.

Patientenbeispiel zu Schmerzen bei einer Spinalstenose

In der Praxis stellt sich ein 78-jähriger Patient vor: „Seit zwei Jahren kann ich nicht weiter als 50 Meter  laufen. Dann schmerzen die Oberschenkel und meine Beine werden kraftlos. Ich muss mich auf eine Bank setzen. Nach einigen Minuten erholen sich die Beine und es geht wieder, aber nur für ein paar Meter.  Glauben Sie Herr Doktor, ich kenne jede Bank hier in der Stadt.“ Die Kernspin-Aufnahmen zeigen eine  schwere, altersbedingte Verengung des Wirbelkanals, was die Verkürzung der Gehstrecke erklärt. Seit zwei Jahren wurde der Patien mit niedrigdosiertem Cortison, entzündungshemmenden Schmerzmitteln sowie Krankengymnastik behandelt. Die Besserung war jedoch nicht ausreichend und die Lebensqualität massiv eingeschränkt, so dass jetzt eine Operation im Raum stand. Diese aber wollte der Patient vermeiden, sodass er sich für eine Axomera Therapie entschied. Nach der zweiten Behandlung betrug die Gehstrecke 500 Meter, nach dritten Behandlung 1000 Meter.  Das Stehen schmerzte immer noch und nahm erst mit der sechsten Axomera Behandlung ab. Die Kraftlosigkeit der Beine besserte sich in den darauffolgenden drei Monaten. Der Patient stellt sich alle 3 Monate zur Kontrolle vor, um bei einer Veränderung des Krankheitsbildes ggfs. erneut zu behandeln, um eine Operation weiterhin möglichst vermeiden zu können.

Kann eine Spinalkanalstenose gefährlich sein?

Eine Spinalkanalstenose kann in ganz seltenen Fällen zu einer Lähmung der Beine und der Blasen- und Mastdarmfunktion führen. Es ist keinesfalls ein Argument, sich vorbeugend operieren zu lassen. Viel häufiger - nämlichbei einem drittel bis zur Hälfte aller Fälle - zeigt die Spinalkanalstenose einen günstigen Verlauf. Die Beschwerden der Spinalkanalstenose verschlechtern sich nicht, sondern verbessern sich tatsächlich. Gut 20% der Menschen haben einen verengten Wirbelkanal und sind völlig beschwerdefrei. Und so kann auch eine schmerzhafte Spinalkanalstenose sich wieder zurückentwickeln in eine schmerzlose Spinalkanalstenose. Das zeigt, dass die Beschwerden sich auch ohne eine Operation wieder soweit bessern können, dass man beschwerdefrei werden kann.

Soll ich mich operieren lassen?

Die Operation der Spinalkanalstenose ist die häufigste Wirbelsäulenoperation bei Patienten über 65 Jahren. Dass durch eine Erweiterung des Spinalkanals der eingeengte Nerv befreit und somit eine Besserung der Beschwerden erreicht wird, scheint zunächst plausibel. Tatsächlicg ist aber ein etwaiger Vorteil einer Operation gegenüber einer konservativen Therapie bisher nicht durch gute Studien sicher bewiesen. Wohl aber besteht bei jeder Operation ein erhöhtes Risiko, wie Blutung, Infektion und Narbenbildung mit Schmerzverstärkung. Möglicherweise zeigen Operationen innerhalb der ersten 2-6 Jahre etwas bessere Ergebnisse. Auch scheint eine Operation mehr zu helfen, wenn hauptsächlich ein einseitiger Beinschmerz besteht. Interessanterweise ist “Nichtraucher” ein prognostisch günstiger Faktor für den Erfolg einer Operation. Aus all diesen Gründen, sollte deshalb eine Operation nur dann erfolgen, wenn alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Als Operationsmethode werden meist ein minimal invasiver Eingriff vorgenommen, bei dem eine so genannten Fensterung des Wirbelkörpers erfolgt, um den Spinalkanal zu erweitern. Daneben gibt es instrumentierte Operationsmethoden, bei denen Wirbelkörper durch Einbringung von Schrauben und Platten miteinander versteift werden. Letztere sind mit einem erhöhten Operationsrisiko verbunden, ohne dass ein Vorteil dieser Methode bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Ein weiteres Verfahren ist das Einsetzen eines sogenannten Spacers. Dies ist eine vergleichsweise kleine Operation, oft mit Anfangs guten Ergebnissen, jedoch muss später in einigen Fällen nachoperiert werden.

Kann eine Spinalkanalstenose gefährlich sein?

Eine Spinalkanalstenose kann in ganz seltenen Fällen zu einer weitgehenden Lähmung der Beine und der Blasen- und Mastdarmfunktion führen. Es ist keinesfalls ein Argument, sich vorbeugend operieren zu lassen. Viel häufiger ist tatsächlich, dass sich die Beschwerden der Spinalkanalstenose nicht verschlechtern, sondern immer wieder auch verbessern. Viel Menschen haben einen verengten Wirbelkanal und sind völlig beschwerdefrei. Und so kann auch eine schmerzhafte Spinalkanalstenose sich wieder  in eine schmerzlose Spinalkanalstenose zurückentwickeln. Das zeigt, dass die Beschwerden sich auch ohne eine Operation wieder soweit bessern können, dass man beschwerdefrei werden kann.

Worauf muss ich bei einer Physiotherapie achten?

Bei einer Physiotherapie der Spinalstenose sollten Sie darauf achten, dass diese zuerst schmerzangepasst sanft erfolgt.  Da sich bei einer Spinalstenose die schmerzhafte Muskulatur verspannt und verkürzt,  sind meist Dehnübungen unter Anleitung eines erfahrenen Krankengymnasten sinnvoll. Diese sollten dann auch zu Hause selbstständig weitergeführt werden. Wenn es bei chronischen Schmerzen häufig auch zu einer so genannten Verklebung der Faszien kommt, ist eine Manualtherapie und eine Faszientherapie zu empfehlen. Bei schmerzfhafter Verspannung der Muskulatur wird auch eine Wärmetherapie eingesetzt.

Literatur

Interspinous spacer versus traditional decompressive surgery for lumbar spinal stenosis: a systematic review and meta-analysis. Wu AM, et al. PLoS One. 2014 May 8;9(5):

Pearson A, Blood E, Lurie J, et al. predominant leg pain is associated with better surgical outcomes in degenerative spondylolisthesis and spinal stenosis: results from the Spine Patient Outcomes Research Trial (SPORT). Spine 2011;36:219-29.

Pearson A, Lurie J, Tosteson T, et al. Who should have surgery for spinal stenosis? Treatment effect predictors in SPORT. Spine 2012;37:1791-802.

Lurie JD, Tosteson TD, Tosteson A, et al. Long-term outcomes of lumbar spinal stenosis: eight-yea results of the Spine Patient Outcomes Research Trial (SPORT). Spine 2015;40:63-76.

Lurie, Jon, und Christy Tomkins-Lane. „Management of Lumbar Spinal Stenosis“. BMJ, 4. Januar 2016, h6234. https://doi.org/10.1136/bmj.h6234.